Bürgermeisterwahl: Der Kandidat für die Wahl in Birkenau will ein Bürgermeister für alle und mit offenen Ohren sein.

Birkenau. Bei ihrem traditionellen Weißwurstfrühstück gibt die FDP Birkenau den neuen Bürgermeisterkandidaten ein Forum, sich der Öffentlichkeit vorzustellen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die gut besuchte Veranstaltung wurde vom kommissarischen Vorsitzenden der FDP Birkenau, Benjamin Kissel, eröffnet. Auch Vertreter der Birkenauer Parteien („mit Ausnahme der ‚Blauen‘“, wie die FDP schreibt) waren anwesend und verfolgten interessiert die Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Michael Anthofer. Der 37-jährige Familienvater stellte sich und seinen politischen Ansatz in einer kurzen Rede vor.

Anthofer, der seit 2019 mit seiner Familie in Hornbach lebt und seit 20 Jahren bei der Polizei Baden-Württemberg tätig ist, arbeitet heute im strategischen Personal- und Gesundheitsmanagement des Polizeipräsidiums Mannheim. Im Mittelpunkt seiner Vorstellung stand sein Leitgedanke „Zuhören. Verstehen. Gemeinsam gestalten.“ Diese drei Begriffe seien für ihn keine bloße Wahlkampfformel, sondern Ausdruck seines Verständnisses von Politik und Führung.

Zuhören bedeute für ihn, die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger, der Vereine, der Gewerbetreibenden und der politischen Gremien frühzeitig ernstzunehmen. Gleichzeitig betonte Anthofer, dass Zuhören nicht bedeute, jedem Anliegen automatisch zuzustimmen. Vielmehr müsse jeder erwarten können, dass sein Anliegen gehört, geprüft und respektvoll behandelt werde. Eng damit verbunden sei für ihn eine transparente Kommunalpolitik. Entscheidungen müssten nachvollziehbar sein, wobei auch finanzielle und rechtliche Grenzen offen benannt werden sollten.

Gegenseitiger Respekt

Anthofer betonte nach Darstellung der FDP, keine einfachen Antworten geben zu wollen, wenn es für kommunale Probleme keine einfachen Lösungen gebe. Ein Bürgermeister könne nicht alle Probleme im Alleingang lösen, müsse aber dafür sorgen, dass Herausforderungen offen benannt, Prioritäten gesetzt und Entscheidungen verlässlich umgesetzt werden. Besonderen Wert legte Anthofer demnach auf die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Zwar trete er als Kandidat der CDU an, als Bürgermeister wolle er jedoch für ganz Birkenau da sein. Entscheidend sei für ihn nicht, von welcher Partei ein Vorschlag komme, sondern ob er der Gemeinde und ihren Bürgerinnen und Bürgern diene.

Unterschiedliche politische Auffassungen seien für ihn selbstverständlich und gehörten zur Demokratie. Wichtig sei, sachlich miteinander zu ringen und dabei den gegenseitigen Respekt zu bewahren. Gute Vorschläge sollten nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil sie von einer anderen politischen Gruppierung eingebracht wurden.

Mit Blick auf die kommenden Jahre verwies Anthofer auf die begrenzte finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde und gleichzeitig auf einen erheblichen Investitionsbedarf. Genannt wurden unter anderem die Wasser- und Abwasserversorgung, Straßen, kommunale Gebäude und Kindertagesstätten. Daher werde es notwendig sein, Prioritäten zu setzen, die vorhandenen Mittel verantwortungsvoll einzusetzen und vorausschauend zu planen.

Auch eine leistungsfähige und serviceorientierte Verwaltung sowie die Berücksichtigung aller Ortsteile seien ihm wichtig. Die unterschiedlichen Stärken und Herausforderungen der Ortsteile müssten in den Entscheidungsprozessen der Gemeinde ihren Platz finden. Anthofer schloss seine Vorstellung mit dem Hinweis, dass er nicht kandidiere, weil er ein Amt suche, sondern weil er Verantwortung für Birkenau übernehmen wolle. Er wolle erreichbar und ansprechbar sein, die Menschen frühzeitig einbinden und unterschiedliche politische Kräfte zusammenführen.

„Wie wichtig solche Veranstaltungen für den direkten Austausch sind, zeigte die anschließende Diskussion“, heißt es in dem Bericht der FDP weiter. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Politik hätten die Gelegenheit genutzt, Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen, auf die Anthofer ausführlich eingegangen sei.

Hierbei seien Themen wie die mangelnde Transparenz und fehlende zeitnahe Beantwortung von Anfragen an die Verwaltung thematisiert worden, aber auch die neue Tempo-30-Zone, die das Verkehrskonzept der Entlastung kleiner Straßen konterkariere, die Sanierung des Freibades, angeblich fehlende beziehungsweise nicht zu Ende gebrachte Konzepte bei Kindergärten, Friedhöfen und Vereinsförderung. Selbst das Thema Ruftaxi wurde nochmals angesprochen, unter vielem anderem mehr.

Auch nach dem offiziellen Teil stand der Bürgermeisterkandidat noch für persönliche Gespräche zur Verfügung, als man sich nach rund einer Stunde dem gemütlichen Teil des Weißwurstfrühstücks widmete.

Ich denke, wir können sagen, es war eine gelungene Veranstaltung mit vielen und parteiübergreifenden Gesprächen. Die Organisation hat sich gelohnt.
Benjamin Kissel, kommissarischer Vorsitzender der FDP Birkenau